Bei CeTI ist Interdisziplinarität nicht nur eine Priorität – sie ist ein zentraler Bestandteil unserer täglichen Arbeit. Doch wie bewältigt man die riesigen Datenmengen und komplexen Softwareprogramme, die von Psychologen, Ingenieuren, Informatikern und Medizinern erstellt werden? Wir haben mit Lize, der Forschungs- und Datenmanagerin bei CeTI, gesprochen, um über das Rückgrat der modernen Forschung zu diskutieren.

CeTI: Lize, dein Arbeitsbereich heißt STRIDDE. Kannst du uns erklären, welche Zukunftsvision hinter diesem Namen steckt?

Lize: Auf jeden Fall. STRIDDE steht für Software, Tools und Forschungsinstrumentierung für datengesteuerte Exzellenz. Unser Ziel ist es, einen ganzheitlichen Ansatz zu etablieren, der die Forscher des CeTI mit dem nötigen Wissen und den erforderlichen Werkzeugen ausstattet. Indem wir Software-, Daten- und Instrumentenmanagement in einem einheitlichen Konzept zusammenführen, machen wir die Forschung am CeTI effizienter, nachhaltiger und wirkungsvoller.

CeTI: Ihr Hintergrund liegt in der Biochemie – ein ganz anderes Fachgebiet als Robotik oder Elektrotechnik. Wie kam es dazu, dass Sie heute die Leitung des Datenmanagements bei CeTI übernommen haben?

Lize: Es mag weit hergeholt erscheinen, aber ich teile eine Erfahrung, die viele Doktoranden gemacht haben. Während meiner Promotion wurde mir bewusst, wie wichtig strukturiertes Management ist. Wie vielen anderen fehlte mir eine gezielte Ausbildung in diesen Bereichen, was später zu großen Herausforderungen führte. Diese Erfahrung prägt meine heutige Motivation maßgeblich: Ich möchte das Umfeld schaffen, das ich mir damals gewünscht hätte.

CeTI: Wie sieht STRIDDE in der Praxis für einen Forscher am CeTI aus?

Lize: Meine Rolle ist eine Mischung aus Forscherin, Managerin, Wissenschaftlerin und Lehrerin. Ich setze die neuesten Forschungsergebnisse im Bereich Datenmanagement in praktische Lösungen um und verschiebe mit unseren einzigartigen Anforderungen bei CeTI Grenzen. Ein gutes Beispiel dafür ist unsere Zusammenarbeit mit Doktoranden der Medizin und Ingenieuren während der ersten Phase von CeTI. Chirurgen erzeugten riesige Datenmengen durch komplexe Instrumente wie den bei CeTI hergestellten CeTI-Handschuh und die Ausführung von CeTI-Software zur Erzeugung von CeTI-Daten. Medizinstudenten versahen diese experimentellen Daten mit Anmerkungen, die dann von Informatikern für das maschinelle Lernen benötigt wurden. Gemeinsam mit unseren Forschungssoftware-Ingenieuren, unter anderem meiner Kollegin Marie Müller, entwickelten wir ein maßgeschneidertes Softwaretool, das es ihnen ermöglichte, diese Daten an einem Ort zu organisieren, zu durchsuchen und zu teilen. Dies hat die interdisziplinäre Zusammenarbeit erheblich gefördert, da alle zusammenkamen, um an einem gemeinsamen Ergebnis zu arbeiten.

Deshalb arbeite ich so gerne am CeTI im Lehrstuhl für KI-basierte Assistenzsysteme in der Chirurgie unter der Leitung von Martin Wagner, und deshalb freue ich mich besonders, dass Diana Göringer mit ihrer Expertise im Bereich Software und Giang Nguyen mit seiner Expertise im Bereich Instrumentierung unser STRIDDE-Projekt leiten.

CeTI: Interdisziplinarität ist ein zentraler Wert von CeTI, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Was sind die größten Hürden für STRIDDE?

Lize: Die größte Herausforderung besteht darin, Lösungen zu liefern, die in einem derart vielfältigen Umfeld funktionieren. Ein Psychologe hat andere Datenanforderungen als ein Kommunikationsingenieur. Unser Ziel ist es, Forschung FAIR (auffindbar, zugänglich, interoperabel und wiederverwendbar) zu gestalten und Brücken zu schlagen, ohne den Arbeitsalltag der Forscher mit „Bürokratie“ oder unnötiger Komplexität zu belasten.

CeTI: Wie sieht der nächste Schritt für dein Team aus?

Lize: Während CeTI in seine nächste Phase eintritt, konzentrieren wir uns darauf, die Schwachstellen innerhalb des Clusters zu identifizieren und die am meisten nachgefragten Methoden und Werkzeuge zu ermitteln, um datengestützte Exzellenz in der Zusammenarbeit von CeTI zu fördern. Auf dieser Grundlage möchten wir gezielte Schulungen anbieten, um die Kompetenz im gesamten Cluster zu steigern, und diese kontinuierlich mit der Spitzenforschung innerhalb von CeTI verknüpfen, um eine STRIDDE-Kultur zu etablieren, die CeTI dabei hilft, herausragende Leistungen zu erbringen. Persönlich schätze ich den Teamgeist hier sehr. Gemeinsam schaffen wir eine Grundlage, auf der datengesteuerte Exzellenz die Norm und nicht die Ausnahme ist.

Bild: © Christine Desroches Altamirano

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